Tag 9: Mittwoch, der 29.05.2013



Tagesdaten



Selbst die Vögel passen sich den kurzen schottischen Nächten an. Ab 04:00 Uhr pfeift sich so ein Vogel die Seele aus dem Leib, er trällert was das Zeug hält. Gegen 07:00 Uhr stehe ich dann auf, gehe duschen und setze mich mit einer Tasse Kaffe im T-Shirt in die Sonne. Von wegen Schottland hat immer schlechtes Wetter. Aber vielleicht haben wir ja nur Glück.





Nach dem Frühstück fahren wir erstmal wieder zurück nach Ullapool, einkaufen und tanken, man weiß ja nicht was kommt. Ullapool ist zumindest um diese Jahreszeit ein gemütliches Fleckchen mit Pubs und Coffeeshops am Pier. Überall sitzen die Leute in der warmen Sonne und genießen ihren Kaffee mit Blick auf den Hafen.

           

Auf der Weiterfahrt geht es wieder an einen Berghang entlang der über und über mit gelb blühenden Ginster bewachsen ist. Wir sind nun in der Grafschaft 'Sutherlands' und das im Nordwesten. Aber für die Wickinger, die im 10. Jh. in diese Gegend kamen, lag dieses Land halt im Süden. Am Loch Assynt, einem einsam auf einer Hochebene gelegenen See schauen wir uns die Reste von Ardvreck Castel an, es sind zwar wirklich nur noch Reste, aber die machen schon was her, wie sie so da stehen.

                 

Ein Stückchen weiter stellen wir auf einem einsamen Parkplatz direkt am See unseren Tisch und die Stühle in die Sonne und machen Mittag.






Ab Laxford Bridge wird die Straße wieder zur 'Single Track Road', diese Straße führt durch die wohl einsamste Landschaft Englands. Bis in die Mitte des 18. Jh. war diese Gegend, wie viele andere in den Highlands und auf den Inseln auch, dicht besiedelt. Doch als der Preis für Schafwolle explodierte hatten die Lords kein Interesse mehr am Kleinbauerntum auf ihrem Land und vertrieben die darauf wohnenden Menschen und belegten alle Flächen mit Schafen. Diese Maßnahme nannte man 'Clearencess', davon hat sich diese Landschaft nie mehr wieder erholt. Die Bauern sind damals nach Kanada, Neuseeland oder Australien ausgewandert. Heute fährt man durch eine Gegend ohne Orte, die nach wie vor von Schafen bevölkert wird. Vorbei an Seen und Meeresarmen kommen wir schließlich nach Durness, einem kleinen Ort der an der Steilküste liegt. Hier gibt es auf einer Wiese oberhalb der Bucht einen tollen Campingplatz, Sango Sands. Wir beschließen hier 2 Nächte zu bleiben.